Rock Hard Festival 3. Tag

Dritter und schon wieder letzter Tag beim diesjährigen RockHard Festival in Gelsenkirchen.
Los ging es mit den Melodic Death Metallern von THE SPIRIT. Erstaunlich das sich um 12:00 Uhr Mittags und bei strahlendem Sonnenschein schon so viele Fans eingefunden haben. Was Sie aber geboten bekamen war wirklich geil. Musik non stop und keine lange Pausen oder eigentlich überhaupt keine Pausen sondern Musik, Musik, Musik.

Nachdem THE OBSESSED aus welchen Gründen auch immer Abgesagt hatten, haben die Verantwortlichen etwas um geplant. Aus Münster auf dem Fahrrad angekommen waren ZODIAC, so zumindest die offizielle Ankündigung. Die Herren rocken das Amphitheater um diese Uhrzeit doch schon ganz schön mächtig. Trotz Ihres manchmal ausufernden Rock, nehmen es die Fans überwiegend positiv auf und so war dann auch noch schön zu sehen das Bassist Hendrik nicht nur Bass spielen sondern auch gleichzeitig das Keyboard bedient. Respekt.

Guten alten traditionellen Metal gab es dann mit VISIGOTH, die eigentlich schon vorher dran sein sollten, jetzt zu hören. Jetzt war auch nochmals ein Schwung an Fans ins Amphitheater gekommen um die Amerikaner zu sehen und zu hören. Sänger Jake Rogers gab den Takt vor aber man merkte doch das er wohl etwas heißer war aber der Show tat dies keinen Abbruch. „Steel and Silver“ und „A Traitor´s Gate“ waren die Song die vom Publikum am lautesten mit gesungen wurden. Starker Auftritt der Jungs aus Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Nun ging es in der ursprünglich geplanten Reihenfolge weiter und somit waren die Herren von LONG DISTANCE CALLING in an der Reihe. Nicht jeder ist dem Instrumental Metal der Münsteraner angetan und so wurde ein etwas größerer Zuschauerschwund verzeichnet. Die Jungs hingegen spielten eine starke Performance und man hatte doch auch sichtlichen Respekt vor Drummer Janosch Rathmer, der nur zwei Bands zuvor mit ZODIAC, also seiner zweiten Band auf der Bühne stand und ordentlich rockte. Ich muss ganz ehrlich sagen das Instrumental Metal nicht so meine Welt ist, da mir da was fehlt und wenn dann noch ein paar langsamere Stücke dabei sind, ist es für mich noch gewöhnungsbedürftiger. Gott sei Dank bin ich aber nicht der Maßstab dabei und so haben LONG DISTANCE CALLING mit Ihrem handeln Erfolg, sonst wären sie nicht auf dem ein oder anderen Festival bzw. würden keine Konzert geben ob als Support oder als Headliner.

Nicht ganz 30 Jahre liegen zwischen dem auflösen und der Wiedervereinigung von FIFTH ANGEL. Seit 2017 gibt es die Herren nun wieder und da machte es den Herren auch nicht viel aus, das es Technische Schwierigkeiten mit dem Basssound gab. „Mit den technischen Schwierigkeiten, kämpfen wir nun schon auf der gesamten Tour aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen.“ So der Ausspruch von Bassist. John Macko. Er aber auch die anderen zeigten es den Fans im Theater mal so richtig, was in Ihnen steckt.

Wer gedacht hatte das es bei MAGNUM langweilig wird, weil die Herren ja nun auch schon ins gewisse Alter gekommen sind, hat sich getäuscht. MAGNUM leben davon einen Mix aus mittleren und alten Songs zu präsentieren, was der Show aber keinen Abbruch tut. Auch das neue zeug hat es aber verdient auf der Bühne gespielt zu werden, vielleicht werden Sie es ja nochmals machen. Die Menge an Fans jedenfalls fanden es stark und Sänger Bob Cartley hat seine bzw. die Fans von MAGNUM auch fest im Griff, was er wollte wurde auch gemacht.

Respekt und Hut ab vor dem was Jeff Becerra ao auf der Bühne vollzieht. Der seit einem Unfall und an den Folgen einer Entzündung fast verstorbene Sänger von POSSESSED sitzt seit dem im Rollstuhl aber das hindert ihn nicht daran zu zeigen was noch aus ihm raus kommt. Ob wild röhrend oder Kopf schwingend, Jeff röhrt sich durch die Lyrcs der Songs und die Band knallt ihm dabei harte Riffs und fette Drums um die Ohren, so das selbst die Security an diesem Abend erstmal richtig viel zu tun hat. Crowdsurfer ohne Ende und die haben sichtlich viel Spaß dabei. „Revelations of Oblivion“ oder „Eyes of Horror“, heizen den Fans aber mal so mächtig ein und die freuen sich.

Nach so viel geschrappel gibt es nun den absoluten Höhepunkt des diesjährigen Rock Hard Festivals. Der Headliner an diesem Abend ist kein geringerer als ANTHRAX. Ohne sich auch lange auf zu halten gehen ANTHRAX mit „Caught in a Mosh“ und „Got the Time“ direkt in die Vollen. Jetzt ist das Amphitheater so voll wie am gesamten Wochenende nicht und die Band von den Best 4 gibt alles auf der Bühne, allen voran Scott Ian. Der haut in seine Gitarre und hüpft dabei über die Bühne so als wäre er gerade mal 19 Jahre alt. Viel lebt bei ANTHRAX von den Scheiben aus den Anfängen bzw. aus den 80er Jahren, die gepaart mit ein paar neueren Stücken und schon tanzt die Meute nach Herzenslust. ANTHRAX bedienen sich aber auch einem guten „trick“. Immer wenn es sein muss hören Sie auf zu spielen und lassen die Fans mit singen, die aus vollen Kehlen auch richtig Text sicher sind und so kann man schon mal das ein oder andere überspielen, so wie der Gitarren Ausfall beim Song „Indians“. Eine solide Show von ANTHRAX, die jetzt weiterhin auf Tour sind und vor allem ein würdiger Abschluss eines 3 Tages Festivals, welches nächstes Jahr zu Pfingsten wieder geweckt wird. Wir sind gespannt wenn man dann im Amphitheater bestaunen kann.