Mikk Wega von Wallop

Hallo Mikk, vielen Dank vorab das Du Dich bereit erklärst unseren Lesern die ein oder andere Frage zu beantworten. Bevor wir anfangen erstmal die Frage wie geht es euch? Bei der derzeitigen Lage (Corona Pandemie Anm. d. Red.) eine berechtigte Frage.

Mikk: Mache ich doch sehr gerne, vielen Dank für Deine Interview Anfrage. Unsere Pre-Release Show in Offenbach am 28. März sowie das Metal Gods Oper Air in Berlin im Mai mussten ja leider verschoben werden, so daß wir uns aktuell auf die PR und Pressearbeit sowie das Songwriting konzentrieren. Noch sind Alle gesund und sobald es die Umstände zulassen, werden wir auch die Arbeit in Proberaum wieder aufnehmen. Wir haben Monate lang hart auf die ersten Shows und das Album Release hingearbeitet, der Keller ist voll mit Merch, aber wir müssen wie Jeder im Lande mit der Situation klarkommen.

RKM: Ich möchte mit Dir gerne einen Streifzug durch die Jahre machen und vor allem auf das Neue Album „Alps on Fire“, welches am 24.04.2020 über Pure Steel Records erscheinen wird, sprechen.

Wallop hat sich 1983 gegründet, 1985 das erste Album „Metallic Alps“ herausgebracht und danach aufgelöst. Warum habt ihr euch damals aufgelöst?

Mikk: Wir waren bei der großen Metal Welle in den 80ern einfach 1 – 2 Jahre zu spät gewesen, die Labels hatten sich auf Ihre Zugpferde konzentriert, der große Rest der Bands zu denen auch WALLOP gehörte, bekam praktisch keine Unterstützung, was sehr schade war.

RKM: Habt ihr euch danach komplett aus den Augen verloren oder bestand immer wieder mal loser Kontakt zu den anderen Bandmitgliedern?

Mikk: Es gab vereinzelt Kontakte, man sah sich mal auf einem Konzert oder so, loser Kontakt über die sozialen Medien.

RKM: Ihr habt 2019 ein Reunion Konzert gegeben, wie ist es dazu gekommen und wie war die Resonanz bei den Fans?

Mikk: Ich hatte die Jungs ausfindig gemacht und angefragt ob wir ein Reunion Konzert in Offenbach machen wollen – im Oktober 2018 hat sich das original Line-up vom Album „Metallic Alps“ dann zum ersten Mal seit 33 Jahren zu ein paar Bierchen getroffen. Als ich am Ende des Abends gefragt habe ob wir es versuchen wollen, haben die Jungs nur gesagt „Glaubst Du ich wäre sonst gekommen“. Die Resonanz auf diese Show und auf die zeitgleich erschienene Promo EP waren großartig. Wir hatten Monate zuvor beschlossen, nach dem Reunion Konzert und der Promo EP zu entscheiden, ob wir eventuell weitermachen … es hätten ja auch nur 30 Zuschauer zum Gig kommen können. Die Resonanz der Fans auf EP und Show waren aber so super, da musst Du als Vollblutmusiker einfach Gas geben. In Offenbach war die Hütte voll und aus der ganzen Welt kamen sehr positive Kommentare und Reviews, unglaublich viele Leute haben sich an WALLOP erinnert. Natürlich aus Deutschland, aber auch den U.S.A. und Latein-Amerika kam viel positive Resonanz.

RKM: Mit „Alps on Fire“ kommt am 24.04.2020 euer neues Album auf dem Markt, oder sollte man sagen euer Altes Album, neu Remastered mit 3 neuen Songs auf den Markt?

Mikk: Wir sehen es mehr als neues Album. Die Basis der Songs und der charakteristische WALLOP Sound sind zwar aus den 80ern (teilweise haben wir die original Verstärker für die Aufnahmen verwendet), ansonsten wurden praktisch alle Songs überarbeitet, häufig gekürzt, Textpassagen neu geschrieben, Breaks verändert etc..

RKM: Warum habt ihr euch dafür entschieden es so zu machen?

Mikk: Wir sind der Meinung, dass die Songs zu gut sind und in der 80ern wie oben schon erwähnt nicht genügend Beachtung gefunden haben. Ein handvoll Leute mögen sagen „alte Songs“, ich sage aber: Das alte Album wurde 3000x verkauft, es gibt also Millionen Metalheads auf der Welt, welche die Songs noch nicht kennen, DIE wollen wir erreichen.

RKM: Auf dem Album ist auch ein RAVEN Cover „Crash, Bang, Wallop“ drauf. War es Absicht, weil es gut zum Bandnamen passte? Oder was hat euch dazu bewegt gerade diesen Titel auf ´s Album zu setzten?

Mikk: „Crash, bang, wallop“ war 1983 der namesgebende Song für die Band und lief früher auch als Intro. Stefan Arnold hatte den Gallagher Brüder vor Jahren auf einer Metal Cruise mal erzählt, dass eine seiner ersten Bands nach dem Song „Crash, bang, wallop“ WALLOP genannt wurde. Das fanden die Gallaghers damals extrem cool und lustig. Als wir beschlossen hatten den Song zu covern, bekam John Gallagher über einen Freund davon Wind und hat von sich aus angeboten da mitzumachen, das war natürlich ganz groß.

RKM: Bei diesem Song hat John Gallagher, Gesang und Gitarrensound beigesteuert, wie war die Zusammenarbeit mit Ihm?

Mikk: Die transatlantische Zusammenarbeit lief problemlos, John ist echt ein supernetter Typ. Wir hatte ihm Pilotspuren in die USA geschickt, John hat dann den Gesang aufgenommen, das wie im Original schimpfende Weib gegeben und letztendlich noch das Gitarrensolo gespielt. Eigentlich wollte Mark das Solo spielen, der war aber zu der Zeit nicht greifbar. Im Endeffekt singen John und ich jetzt im Duett und Andi Lorz „duelliert“ sich mit John beim Gitarrensolo. Wir sind jedenfalls mega stolz, diese Metal Legenden unserer Jugend auf dem neuen Album zu haben und John hat den Song auch schon für gut befunden.

RKM: Mit „Missing in Action“, „Wall of Sound” und “Fun for the Nun”, sind nur 3 neue Songs auf dem Album, ist das als kleiner Vorgeschmack auf das neue große Album zu sehen?

Mikk: Hey, „Alps on fire” ist ein großes Album (lacht). Das sind ebenfalls Songs aus den 80ern die nie veröffentlicht wurden. Auch diese Songs wurden wie oben schon gesagt teilweise stark überarbeitet, wobei „Missing in action“ für das zweite, nie produzierte Album gedacht war. Neue Songs kommen natürlich auch, das erste Ergebnis hätten wir den Fans gerne am 28. März präsentiert.

RKM: Was kannst Du uns zu diesen neuen Stücken aus eurer Sicht hersagen?

Mikk: Habe das mal oben in einer Antwort zusammengefasst

RKM: Was auf dem Album klar zu hören ist das ihr euch immer noch dem guten alten Oldschool Metal verschrieben habt, gibt es trotzdem Neuerungen auf dem neuen Album?

Mikk: Wir wollen es gar nicht anders, das ist das was wir gut können, das ist das wofür die Fans WALLOP lieben und das ist eine Musik von deren Sorte es immer weniger gibt. Geradeaus, voll auf die Zwölf, ohne Schnörkel, Backing Tracks etc.. Wie oben schon erwähnt, wurden praktisch alle Songs überarbeitet. Während die Promo EP wie das erste Album in Normalstimmung aufgenommen wurden, ist das Album „Alps on fire“ einen Halbton tiefer gestimmt, so wie das heute im Metal fast üblich ist, damit es noch fetter klingt.

RKM: Wie ist die Zusammenarbeit von euch Musikern im Studio, wie kann man sich das vorstellen?

Mikk: Zuerst hat Stefan Arnold die Drums eingespielt, und zwar komplett aus dem Kopf ohne Pilotspur mit Gitarre und Bass, was ich für eine beachtliche Leistung halte. Danach hat Stefan Fleischer den Bass eingespielt, Andy Lorz danach die Rhythmusgitarren. Wie das so üblich ist spielt zwar jeder Musiker seinen Part alleine, aber es waren sehr oft andere Bandmitglieder anwesend, was super war. Die ganze Band die im Studio gemeinsam aufnimmt gibt es wohl fast nur in Musikvideos (lacht). Danach waren die Lead Vocals an der Reihe, gefolgt von der Leadgitarre und zum Schluss die Backing Vocals, bevor es ans Mixen ging. War ein sehr gutes und entspanntes Arbeiten.

RKM: Wie sehen denn die Pläne von Wallop für die nächste Zeit aus, was können die Fans von euch erwarten?

Mikk: Aktuell machen wir viel PR / Pressearbeit für das neue Album. Ein Releasedate in der ersten Jahreshälfte 2020 war uns wichtig, um die Möglichkeit zu haben auch auf größeren Festivals zu spielen – ohne ein Album auf dem Markt ist das illusorisch. So gesehen waren Auftritte auf Festivals primär ohnehin erst für Herbst 2020 bzw. 2021 geplant. Die bislang geplanten Warm-up Auftritte mussten ja leider abgesagt werden. Glücklicherweise hat unser Plattenlabel Pure Steel Records mit der Sony Tochter „The Orchard“, einen sehr guten Digitalvertrieb, auf den wir gerade in der augenblicklichen Situation große Hoffnung setzen.

RKM: Zum Schluss der quälenden Fragerei hast Du nun die Möglichkeit eigene Worte an eure Fans zu reichten.

Mikk: Frei nach John F. Kennedy: Frag‘ nicht was deine Bands und Clubs für Dich tun können, frage was Du für deine Bands und Clubs tun kannst, wenn der Corona-Scheiss vorbei ist. Das ist eine schwierige Zeit und die Szene darf nicht kaputt gehen. Gerade die etwas älteren Metal Fans sollten danach versuchen, den Hintern mal wieder etwas öfters von der Couch zu erheben um in einem lokalen Club mit einer lokalen Band einen coolen Metal Abend zu haben und wenn machbar auch mal ein Shirt, eine CD oder auch digital ein Album zu kaufen. Vielen Dank, passt auf Euch auf und haltet Disziplin – desto schneller wird sich die Lage wieder normalisieren … ach ja … und kauft unser Album (lacht).

RKM: Ich danke Dir vielmals für die offenen Worte und wünsche euch alles Gute und viel Glück für die Zukunft.

Mikk: Wir haben zu danken, cheers!