Eric Bibb – Dear America

Der erfahrene Bluesman Eric Bibb kehrt mit einem neuen Album Dear America zurück, einer Fortsetzung seines langjährigen Engagements, sozialen Fortschritt und Gleichberechtigung durch Kunst am 10. September über Provogue Records/Mascot Label Group zu fördern. Bibb, dessen Karriere fünf Jahrzehnte umfasst, zwei Grammy-Nominierungen und unzählige Blues Music Awards umfasst, ist eine lebendige Verbindung zur Ära der Bürgerrechte.

Er ist auch ein talentierter, engagierter Künstler, der daran arbeitet, die Bluesflamme am Brennen zu halten. Es gibt einige gute Unterstützung auf diesem Album. Singer-Songwriterin Shaneeka Simon bringt ihr beachtliches Talent ein, ebenso wie Bassist Tommy Sims (Bruce Springsteen und Bonnie Raitt). Emmy- und Grammy-Preisträger Steve Jordan übernimmt das Schlagzeug und kein geringerer als Eric Gales steuert Gitarre bei. Es ist ein Beweis für Bibbs Ansehen in der Blues-Welt, dass er ein so schweres Kader aufstellen kann. Dear America, erklärt Bibb, ist „…ein Liebesbrief, denn Amerika war trotz all seiner Assoziationen mit Schmerz und seiner blutigen Geschichte immer ein Ort unglaublicher Hoffnung und Optimismus.“

„Whole Lotta Lovin“ startet in bester Form. „Gib mir ein bisschen Jazz, ein bisschen Blues, ein bisschen Calypso, Honig, den du nicht verlieren kannst“, singt Bibb mit seiner honigsüßen, lockeren, aber fesselnden Stimme über einem spärlich schönen Hintergrund von Finger- gepflückte und geklimperte Gitarre. Etwas geflüsterte Harmonisierung ist alles, was Bibb braucht, um einen Song von bemerkenswerter Tiefe und Gefühl zu zaubern. Sie werden westafrikanische Einflüsse im klingenden, sich subtil entwickelnden und hypnotischen Spiel hören, das funkelt und springt, leichtfüßig und hypnotisierend. „Whole World’s Got The Blues“ führt uns tief in das Blues-Rock-Territorium, ohne die Leichtigkeit von Bibb zu opfern.

Eric Gales‘ brennende, zurückhaltende Gitarre untermauert Bibbs rollende Melodien mit großer Wirkung. Jordans Schlagzeugspiel ist ein kraftvolles, pirschendes Ding, agil wie ein Panther. Hier geht es jedoch nicht um Muskeln, sondern um das Gefühl, und Bibb und Co. haben alle Asse in der Hand. „Dear America“ erinnert mit seiner gesprochenen Einführung über Flöten an Vorreiter wie Gill-Scott Heron. „Amerika, was in aller Welt werden wir tun? Die Temperatur steigt hoch, lass das Feuer des Hasses nicht in dir brennen“, singt Bibb über Handklatsch-Percussion und kreisender, jammernder Gitarre.

Mit seinem Cut-and-Paste-Feeling und den fast gesampelt klingenden Gospel-Shouts ist es eine Komposition, die ganz modern klingt. Der tiefe Blues ist jedoch nie weit von der Oberfläche entfernt. Klingende Steel-Gitarren flattern an den Rändern dieser fesselnden Komposition. „White And Black“ beginnt mit gesummten, harmonisierten Vocals, unter denen ein krasses, aber liebliches Gitarrenriff anschwillt. „Bin ich in deinem Kopf ein Heiliger oder doch ein Sünder?“ singt Bibb, dessen Darbietung nicht weniger als überzeugend ist. „Centuries of krummen Denkens…“ Jordans sympathische, knallharte Percussion sorgt einmal mehr für eine wunderbare Kulisse. Trotz seiner offenen Räume hat dieses Album ein üppiges Gefühl, einen polierten Glanz, der wunderbar zu hören ist und sich niemals hinderlich oder künstlich anfühlt.

Bibb ist ein wunderbarer Texter und Komponist. Alle Schnitte auf Dear America klingen frisch und zugänglich, mit genug Tiefe und Nuancen, um wiederholtes Hören zu belohnen. Von intimen Porträts bis hin zu dramatischen Hymnen verleiht Bibb allen ein sehr persönliches, sehr ehrliches Gefühl. Mit so talentierten Spielern im Rücken hätte dies nie etwas anderes als ein fantastisches Set werden können. Was Sie hier finden, sind dreizehn unvergessliche Songs, voller Emotionen, aber nie Hybris, mit Liebe und in beachtlichem Stil vorgetragen.