Michael Monroe – I live too fast to die young

Michael Monroe, seit den 1980er Jahren einer der finnischen Rockstars schlechthin, ist mit seinem neuen Album I Live Too Fast To Die Young am Start. Mit seiner ehemaligen Band Hanoi Rocks war der Frontmann der erste finnische Rock Export, welcher mit der Band auch international Aufmerksamkeit erregte. An diese Tradition versucht der Rocker nun anzuschließen. Nach dem Aus von Hanoi Rocks hat Monroe sich um seine Solokarriere gekümmert, was nur durch eine Reunion Phase unterbrochen wurde.

Michael Monroe ist neben einem sehr guten Musiker auch ein herausragender Entertainer. Seine Shows, aber auch seine Alben strotzen vor Energie und Lebensfreude. I Live Too Fast To Die Young schließt sich nahtlos an dieses Konzept an. Energiegeladen, powervoll, individuell, fröhlich, irgendwie hat Monroe seine eigene, einzigartige Nische gefunden welche er ausfüllt, in der er sich bewegt, verbessert und die er für sich vergrößert indem er die Grenzen immer um kleine Stückchen verschiebt.

Das Album ist Energie pur, voller harter Gitarrenriffs, teils eingängiger Melodien, wummernden Bassläufen, treibenden Drums, und mittendrin, aber auch irgendwie darüber thronend der Frontmann Michael Monroe. Er ist total präsent ohne dabei aber aufdringlich oder nervig zu wirken. Musikalisch ist das Ganze grundsätzlich Rock, wobei man auch Ansätze aus dem Blues und Punk findet. Ebenfalls Ausflüge in die Glam Ecke fehlen nicht, was aber sonst bei Michaels Geschichte eher verwunderlich wäre. Man könnte auch sagen, dass er seiner Linie treu bleibt, ohne dabei altbacken zu wirken. Es sind auch nicht nur Vollgasnummern auf dem Album zu finden, auch ruhigere Stücke sind vorhanden, welche aber gut ins Gesamtkonzept passen.

Auch textlich ist das, was Michael Monroe abliefert, durchaus anspruchsvoll. Er setzt sich unter anderem mit Suchterkrankungen oder dem Älterwerden auseinander. Auch das Thema Sterben klammert der Ausnahmesänger nicht aus.

Als Anspieltipps möchte ich den Opener, Murder The Summer Of Love nennen, den Titeltrack, auf welchem auch Slash an der Gitarre zu hören ist, sowie Dearly Departed. Im Grunde müsste man jedes Stück hören, da jeder Song für sich eine abgeschlossene Einheit bildet. Bereits jetzt kann man davon ausgehen, dass die Live Shows das Album nochmal toppen werden.

Von mir gibt es fette 9 von 10 Punkten!

 

Tracklist:

01 Murder The Summer Of Love
02 Young Drunks & Old Alcoholics
03 Derelict Palace
04 All Fighter
05 Everybody’s Nobody
06 Antisocialite
07 Can’t Stop Falling Apart
08 Pagan Prayer
09 No Guilt
10 I Live Too Fast To Die Young
11 Dearly Departed