Sparks – A Steady Drip, Drip, Drip

Steter Tropfen höhlt den Stein. Das ist bekannt, für diesen Satz wird ordnungsgemäß in die Phrasenkasse gezahlt und dann schaut man, wo dieser Satz denn nun mal wieder zutrifft. In diesem Fall: Sparks. Obgleich ihnen nie so wirklich der ganz große Durchbruch gelang, waren sie immer präsent und haben es inzwischen bereits zum 24. Album gebracht, bei dem sie längst so etwas wie Narrenfreiheit genießen. Mit Anfang/Mitte 70 sollte man das auch.

Alte Säcke, Verwalter des eigenen Erbes? Alles Quatsch, die beiden ehemaligen Kunststudenten konnten sich bis heute eine beneidenswerte Jugendlichkeit bewahren. Bühnen-Derwisch Russell singt immer noch so hoch, als greife ihm jemand kräftig in den Schritt. Ron, der musikalische Taktgeber und Hauptsongwriter, komponiert herrlich überdrehte, temporeiche und gewitzte Songs.

Lawnmower„, ein Lied über einen Typen und seinen geliebten Rasenmäher, der sich am Schluss entscheiden muss: Die Freundin oder der Mäher. Dabei reimt Russell „lawnmower“ auf „Land Rover“ und girl from Andover“. Musikalisch sollte man allerdings offen für streng repetitive, Musical-artige Acappella-Strukturen sein. Das trippige „Sainthood Is Not In Your Future“ oder das schrullige „iPhone“ mit dem Refrain „Put your fucking iPhone down and listen to me“: Es ist Art-Pop, der Lady Gaga verdammt alt aussehen lässt.

Pacific Standard Time“ lässt sich ähnlich wie „Lawnmower“ als eine Parabel auf uramerikanische Haltungen lesen und funktioniert auch als gallige Trump-Kritik: „I tried a foreign place / Turned out to be a waste / People were weird and small / They thought they knew it all / In Pacific Standard Time / Mine is yours and yours is mine / In Pacific Standard Time / Everything is near-divine“.

Am Ende hat man ein Album, das schwer einer Zielgruppe zugeordnet werden kann. Was man weiß: Vom Mainstream ist man hier eine ganze Ecke entfernt. Stattdessen hat man eine Band, die durchaus eingängige Musik macht, dabei einfach das macht, was ihr gefällt und auch auf Album Nummer 24 noch frische Impulse setzen und begeistern kann. Ein gelungenes Indie-Album!

Tracklist SPARKS – A Steady Drip, Drip, Drip:

  1. All That
    02. I’m Toast
    03. Lawnmower
    04. Sainthood Is Not In The Future
    05. Pacific Standard Time
    06. Stravinsky’s Only Hit
    07. Left Out In The Cold
    08. Self-Effacing
    09. One For The Ages
    10. Onomato Pia
    11. iPhone
    12. The Existential Threat
    13. Nothing Travels Faster Than The Speed Of Light
    14. Please Don’t Fuck Up My World