Eric Gales – Crown

Eric Gales? Nie gehört. Das dachte ich mir, als ich kürzlich einen Bericht in der aktuellen Ausgabe von „Rocks“ über den Bluesgitarristen sah. Als ich das Ding gelesen hatte, dachte ich mir: Muss ich mir mal gönnen. Und das habe ich jetzt gemacht. Eine doch recht gute Entscheidung. Und interessant obendrein.

Interessant deshalb: Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich mir ein neues Album angehört habe, das nicht dem Underground entspringt – und das auch nicht an ein Underground-Publikum gerichtet ist. Ich würde mal behaupten: Gales spricht das gleiche Publikum an wie ein Joe Bonamassa (der auf einem Song übrigens mitspielt). Sprich: den Mainstream.

Gut deshalb: „Crown“ ist zwar so blitzsauber produziert, dass es wirklich niemandem weh tut. Und auch die Songs sind durch und durch massenverträglich. Nur wirken sie auf mich nicht so ganz kühl und berechnend wie die von Bonamassa. Sie lassen zu jedem – naja, zu fast jedem – Zeitpunkt eine warme Seele erkennen. Gerade eben, es ist Freitagabend, bin ich vom Einkaufen zurückgekommen, draußen ist es kalt, ich habe „Crown“ angemacht, entgleite warm ins Wochenende, schreibe nebenher diese Rezension – und fühle mich ziemlich gediegen. Dafür ist das Album von Gales ein fast perfekter Soundtrack.

Nur fast perfekt deshalb: So mancher Song, „Survivor“ zum Beispiel, ist mir dann doch eine Spur zu poppig. Mit dem meisten Material werde ich jedoch augenblicklich warm. Was mir auch gefällt, ist der Abwechslungsreichtum. Mal wird lässig abgerockt, wie im Opener „Death of Me“, mal abgefunkt, wie im Quasititelsong „I Want My Crown“, mal sozusagen die (bzw. der) Soul baumeln gelassen, wie in „Stand up“.

8 von 10 Punkten.

Tracklist

1 Death of me
2 The storm
3 Had to dip
4 I want my crown (feat. joe bonamassa)
5 Stand up
6 Survivor
7 You don’t know the blues
8 Rattlin’ change
9 Too close to the fire
10 Put that back
11 Take me just as i am (feat. ladonna gales)
12 Cupcakin’
13 Let me start with this
14 I found her
15 My own best friend
16 I gotta go