Nina Simone – The Montreux Years

Derzeit ist dies die erste von 2 Live Montreux Years CDs von BMG mit seltenen & bisher unveröffentlichten Auftritten von Nina Simone & Etta James. Beide sollen entweder am 28. Mai oder am 11. Juni veröffentlicht werden. Zwei Termine wurden bekannt gegeben. Die Aufführungen wurden neu gemastert und klingen makellos.

The first Nina Simone: The Montreux Years dokumentiert 5 Konzerte in der Schweiz (1968-1990). Simones facettenreiche & radikale Geschichte ist wirklich nackt & manchmal mit etwas Spannung. Nina war eine gute Performerin, eine großartige Pianistin und Sängerin, hatte aber Probleme und scheut sich nicht, sie sogar vor einem Publikum auszudrücken.

CD 1 beginnt mit einem markanten Piano und geht über in ein überzeugendes Showcase auf „Backlash Blues“. In ihrer Herangehensweise variiert ihre leichte Berührung des Klaviers mit viel Finesse über „I Wish I Wish I Knew How It Would Be To be Free“. Als klassisch ausgebildete Pianistin enttäuscht Nina nie. Die gesamte Live-Performance ist ausgezeichnet, obwohl Nina manchmal peinlich ist. Ihr beißender Ansatz passt nicht immer gut zu bestimmten emotionalen Songs („To Love Somebody“, ein Bee Gees-Song).

Obwohl Nina immer offen über ihre Schwärze spricht, covert Nina anscheinend respektvoll viele klassische Lieder, die von kaukasischen Schriftstellern komponiert wurden (Jacques Brel, The Gershwin’s, Adolph Green & Betty Comden, The Bee Gees, Billy Mure, die „Hair“-Komponisten Rado, Ragni & McDermott ). Der Beweis, dass auch in Ninas Welt ein guter Song ein guter Song ist.

„Little Girl Blue“ (Parts 1 & 2)“, rekonstruiert mit Ninas Performance-Verve (einem klassischen Rodgers & Hart-Song), verschönert sie es mit Klasse und emotionaler Stärke. Auf „Don’t Smoke In Bed“ ist Ninas Gesang jedoch nicht von ihrer besten Seite, aber ihr Klavier funkelt immer noch. Nina covert Janis Ians „Stars“ sehr schön.

Obwohl sie nicht so ergreifend ist wie Billie Holiday in „What a Little Moonlight Can Do“, rekonstruiert Ninas Ansatz mit ihrem Klavier diesen Harry-Woods-Klassiker mit Smoky-Dive-Exzellenz. In meinen Ohren ist der beste Schnitt auf dieser CD der aufregende, intensiv perkussive Schnitt von Ninas selbst verfasstem „African Mailman“. Ein tolles Intermezzo zwischen den Vocals.

Viele Songs begeistern trotz Qualitätsmängeln. Ihr Cover von Vincent Fords „No Woman, No Cry“, berühmt geworden durch Bob Marley, ist in Ninas Stimme angenehm. All diese Lieder sind nie gealtert. Nina hatte keine von Natur aus melodische Stimme. Sie hatte einen unverwechselbaren Stil gepaart mit ihrem hervorragenden Klavier, das optimal eingesetzt wurde. Sie war für manche schwer zu mögen, weil sie einen etwas herben Charakter hatte. Es machte es schwer, ihre offensichtlichen Talente zu schätzen.

Es gibt traurige Momente, in denen ich dachte, Nina klang wie eine Person, die möglicherweise ein geringes Selbstwertgefühl hatte, das gefährlich mit Abscheulichkeit vermischt war (als Verteidigung verwendet). Das hielt sie auf Distanz. Nina war ein guter Mensch… viele wussten es. CD 1 = 1 Stunde & 18 Minuten.

Die 1968 im Casino Kursaal aufgenommene CD 2 ist voller bekannter Cover. Robuster. Nicht so glatt in der Tonalität wie spätere Aufführungen (CD 1). Nina war nie eine Peggy Lee, Anita O’Day oder Ella Fitzgerald. Manche Nummern sind für Nina „falsche Lieder“ – der 60er-Jahre-Pop-Song „To Love Somebody“ von The Bee Gees ist einer. Kein Leben. Doch bei „The House of the Rising Sun“ ist Ninas Stimme perfekt. Allerdings leidet die Anordnung. Instrumental wird alles von kompetenten Musikern gespielt, aber dies ist kein Song, der optimistisch gespielt werden sollte.

Ein weiterer guter Doppelsong „Ain’t Got No/I Got Life“ stammt aus dem Musical „Hair“ – aber die Performance geht von Nina weg. Hippie-orientierte Broadway-Songs, keine Nina-Forte. CD 2 (1 Stunde 13 Minuten).

Disk 1 von 2

  1. 1Someone To Watch Over Me
  2. 2Backlash Blues
  3. 3I Wish I Knew How It Would Feel to Be Free
  4. 4See-Line Woman
  5. 5Little Girl Blue
  6. 6Don’t Smoke in Bed
  7. 7Stars
  8. 8What A Little Moonlight Can Do
  9. 9African Mailman
  10. 10Four Women
  11. 11No Woman No Cry
  12. 12Liberian Calypso
  13. 13Ne Me Quitte Pas
  14. 14Montreux Blues
  15. 15My Baby Just Cares for Me

Disk 2 von 2

  1. 1Intro
  2. 2Go to Hell
  3. 3Just In Time
  4. 4When I Was A Young Girl
  5. 5Don’t Let Me Be Misunderstood
  6. 6Ne Me Quitte Pas
  7. 7To Love Somebody
  8. 8Backlash Blues
  9. 9The House Of The Rising Sun
  10. 10See-Line Woman
  11. 11Please Read Me
  12. 12Ain’t Got No, I Got Life
  13. 13Gin House Blues
  14. 14I Wish I Knew How It Would Feel to Be Free