Die Maschinen wollen leben Tour von Universum25 in der Live Music Hall in Köln

An einem verregneten, kalten Freitagabend fand in der Live Music Halle eine große denkwürdige Veranstaltung statt. Zahlreiche betagte Rocker in ihren Jeanskutten warteten vor oder in der Live music Halle geduldig auf das was da kommen mag. Wer wollte konnte schon mal am Merchandise schauen ob für ihn etwas da bei ist. Während drinnen diskutiert wurde, standen draußen Fans mit bunten Patches von In Extremo, Eisbrecher, Slime, Fiddler’s Green und Dritte Wahl. Kein Wunder – schließlich vereint UNIVERSUM25 genau diese musikalischen Welten in einem Kollektiv, laut und hart und bunt.

Schon in der Halle war zu spüren, dass hier kein gewöhnliches Konzert stattfinden würde. Obwohl die Live Music Halle ein wenig abgeteilt wurde waren doch an die 900 Fans in und vor der Halle um zu sehen, was man nicht alle Tage sieht. Man kannte sich, nickte sich zu, fachsimpelte über frühere Shows der jeweiligen Hauptbands. Es war dieses besondere Gefühl, wenn Fans unterschiedlicher Szenen zusammenkommen, weil etwas Neues entstanden ist, das trotzdem vertraut wirkt.

Den Start in den Abend machten die Rostocker von SOAB. Das Sängerduo nahm die Zuschauer mit seinen deutschen Texten direkt mit und band vor allem die erste Reihe immer wieder aktiv ein. Zwischen den Songs gab es norddeutschen Schnack: locker, sympathisch, nahbar.

Sie schafften es, über ihr gesamtes Set hinweg eine konstant gute Stimmung aufzubauen. Animierende Songs wechselten sich mit kurzen Ansagen ab. Ob der Tanz auf der Theke oder in mitten der Fans um einen Moshpit an zu treiben oder das mitten im Set ein Meer aus LED-Lichtern die Bühne erleuchtete und den Raum in eine besondere Atmosphäre verzauberte. SOAB ist eine Band die Spaß hat an dem was Sie machen. Nach den letzten Songs verabschiedete sich SOAB unter tosendem Applaus – ein starker Auftakt.

Setlist:

  1. Hausverbot
  2. Beiss ab
  3. Alles was mal war
  4. Maulmische
  5. Gib mir Zeit
  6. Mit jedem Kilometer
  7. Dinos aus dem All
  8. Überfall
  9. Get the Fuck up
  10. Ich hasse Dich

Bilder von SOAB gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/soab/

Nach einer kurzen Umbau- und Verschnaufpause war die Live Music Halle dann ganz gut gefüllt. Schließlich betraten UNIVERSUM25 die Bühne – und das am Tag ihres Release vom neuen Album „Die Maschinen wollen leben“. Mit Michael Rhein, dessen markante Stimme man sofort erkannte, sowie Musikern aus Bands wie In Extremo, Eisbrecher, Dritte Wahl und Slime stand hier geballte Erfahrung auf der Bühne. Doch statt wie ein loses Projekt wirkte die Band wie eine feste Einheit – eingespielt, souverän, voller Spielfreude. „Wir wollten das Album schon vor 1 Jahr fertig haben aber die Arbeit in unseren Hauptbands hat viel zeit in Anspruch genommen, so das wir das erst jetzt auf die Kette bekommen haben, das Album fertig zu stellen“ gab Michael zum besten. Die Fans freute es trotzdem und feuerten die Jungs kräftig an. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, das man die Scheibe am heutigen Abend als CD, Vinyl, mit oder ohne Autogramme hier am Merchandise Stand kaufen konnte.

Von Beginn an entstand eine enge Verbindung zwischen Band und Publikum. Textsicher wurden die Songs mitgesungen, rhythmisch geklatscht, Fäuste gingen nach oben. Worauf Universum25 zu recht stolz sein kann  und ist, ist die Tatsache das an diesem Abend so viele in die Live Music Halle gekommen sind um Universum25 zu sehen und zu feiern, gab Michael dann zwischen 2 Songs sichtlich bewegt preis.

Zwischen den Songs neckten sich die Bandmitglieder gegenseitig, immer mit einem Augenzwinkern. Diese Lockerheit machte das Projekt greifbar und lebendig. Doch musikalisch blieb es ernst: Stampfende Industrial-Rhythmen trafen auf messerscharfe Texte und eine dichte Atmosphäre. Gerade die neuen Songs vom aktuellen Album fügten sich nahtlos ins Set ein und wirkten live noch druckvoller. Universum25 haben sich aber auch gedacht, da es Mitglieder aus 5 verschiedenen Bands gibt, Covern sie jeweils 1 Song von der Band, so wollten sie es machen aber haben es nur von 3 Bands gemacht. So gab es Cover von Fiddler’s Green (Irgendwann), Slime (Ebbe und Flut), Nr. 13 (Manchmal Frage ich mich), wobei es sich bei Nr. 13 um die Band von Michael aus tagen vor In Extremo handelt.

Spätestens beim Song „Wir warten“ kochte die Stimmung über. Das Publikum sang stellenweise lauter als die Band selbst – ein Moment, der sich eingebrannt hat. Dieser Chor aus hunderten Stimmen zeigte, wie sehr diese Songs bereits angenommen wurden.

UNIVERSUM25 sind mehr als nur eine Supergroup bekannter Namen. Sie sind ein Kollektiv mit Haltung, mit Wucht und mit einem Sound, der aktuell und relevant ist. Ich ging an diesem Abend mit dem Gefühl nach Hause, einen Abend erlebt zu haben der laut war, kritisch, gemeinschaftlich. Und genau deshalb so wichtig.

Setlist:

  1. Wenn Roboter träumen
  2. Irgendwann
  3. Ich geb Dir mehr
  4. Die neue Zeit
  5. Harte kost
  6. Wir Warten
  7. Einsamkeit
  8. Ebbe und FLut
  9. Manchmal frag ich mich
  10. Genug
  11. Zu deiner eigenen Sicherheit
  12. Lichtgeschwindigkeit
  13. Vor Deiner Tür
  14. nur wegen Dir
  15. Horizont in Flammen
  16. Gardinen zu
  17. Der Traum ist aus
  18. Am morgen danach

Bilder von Universum25 gibt es hier : https://rock-konzert-magazin.com/universum25/