
Das Konzert an diesem Dienstag Abend im Schlachthof in Wiesbaden war ganz im Zeichen starker Frauen. Seraina Telli aus der Schweiz eröffnete den Abend, ihr folgte Setyoursails mit Jules Mitch am Mikro. Den Abschluss des Abends übernahm Jennifer Haben mit ihren Jungs von Beyond the Black.
Das Konzert sollte um 19:45 Uhr anfangen so stand es auf allen Seiten im Internet. Zur Freude der Fans, wurde der Einlass im 15 Minuten nach hinten geschoben, da Seraina noch nicht fertig war mit ihrem Soundcheck. die Einlasszeit hatte der Veranstalter nämlich nicht vorverlegt. Ob es wirklich Freude war bei den Fans glaube ich nicht denn es hatte auch noch geregnet an diesem Abend. Kaum öffneten sich die Türen des Schlavjthofs kam Seraina auch schon auf die Bühne und fing eine viertel Stubde früher an als geplant. Na toll.
Eine
halbe Stunde früher als auf dem Ticket angekündigt, betrat Seraina Telli gemeinsam mit ihrem Schlagzeuger Mike Malloth die Bühne. Diese war ganz in grün und hellblau gehalten, in Anspielung auf ihr aktuelles Album und passend zu Serainas Haarfarbe und Kleidung. Mit ihrer variantenreichen Stimme und ihrer charismatischen und sympathischen Art überzeugte Seraina Telli in kürzester Zeit das Publikum und machte großartige Werbung für ihr Album „Green“. Kein Wunder dass nach ihrem Auftritt der Platz vor ihrem Merchandise Stand recht voll war. Bleibt zu hoffen, dass wir Seraina Telli demnächst auch mit ihrer eigenen Tour auf einer Konzertbühne sehen.
Setlist:
- Let it all out
- Not One of your Kind
- 17
- All your Tears
- Brown Eyed Boys
- Modern Warrior
- I Dare to
- Love
Nach diesem fulminant-mitreissenden Auftakt setzen wir nun die Segel in Richtung der zweiten Truppe des Abends. Die 2017 in Köln gegründeten SetYøurSails versprechen für die nächste Dreiviertelstunde eine hochexplosive Kombination aus Melodic Hardcore, Metalcore und Post-Hardcore. In der Tat: Die Atmosphäre im Saal kippt schlagartig. Wo eben noch Märchen-Ästhetik vorherrschte, regieren nun rohe Dynamik und dunkle Riffs. Die Zeit der Träumerei ist vorbei – jetzt wird abgerissen.
Frontlady Jules Mitch präsentiert sich dabei nicht nur als stimmliche, sondern auch als charismatische Macht. Ihre Vocals reichen von einschneidenden Screams über tiefe Growls bis zu aggressiven Spoken-Word-Passagen, während die Band mit technisch sauberen Breakdowns und heftigen Tempo-Wechseln die Schlagrate konstant hochhält. Songs wie „Why“ oder das provokante „FCK Off“ setzen brachiale, unverblümte Ausrufezeichen und sorgen für gehörig Bewegung in den Zuschauerreihen.
Summa summarum tun die Kölner genau das, wofür sie engagiert wurden: Sie hieven die Meute auf ein wohltemperiertes Bewegungslevel, mit dem der nun gleich folgende Hauptact perfekt arbeiten kann. Zum krönenden Abschluss gibt es noch das wohlverdiente, obligatorische Foto mit dem Publikum im Rücken – dann beginnt die letzte Umbaupause.
Es folgt das gewohnte Gewusel, um das Equipment hinaus- beziehungsweise hinein zu transportieren – idealerweise aneinander vorbei und in die richtige Richtung. Als das gröbste „Lemmings-Treiben“ überstanden ist, wird ein – wie passend – schwarzer Vorhang aufgezogen, um das neue Bühnenbild vor neugierigen Blicken zu schützen. Und ja: Eine gehörige Portion Spannung und Vorfreude liegt nun in der Luft. Genau so soll es sein.
Setlist
- Bad Blood
- Nightfall
- In My Head
- Why
- Mirror
- Bad Company
- T.F.M.F.
- Eternally
- FCK Off
- Halo
- Best Of Me
Bilder von SetyourSails gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/setyoursail/
Der LKW vor dem Gelände hatte es bereits verraten: Beyond the Black fuhren an diesem Abend schwere Geschütze auf. Zwei riesige LED-Wände, ein Schlagzeug auf einem etwa drei Meter hohen Podest – eine beeindruckende Produktion. Doch all das lenkte zu keiner Zeit von der eigentlichen Stärke ab: der Performance.
Mit Jennifer Haben betrat die dritte Powerfrau des Abends die Bühne. Ausstrahlung, Stimme und Präsenz – sie vereinte all das mühelos. Auch der Rest der Band stand ihr in nichts nach. Die Pommesgabeln flogen nach oben, es wurde lautstark mitgesungen, und die neuen Songs präsentierten sich in beeindruckender akustischer Qualität.
Einer der eindrucksvollsten Momente des Abends war „Ravens“, das Jennifer eingehüllt in zwei überdimensionale goldene Flügel performte – ein starkes Bild, das lange im Kopf blieb.
Am Ende dieses verregneten Dienstags verließ ich den Schlachthof mit dem Gefühl, etwas Besonderes erlebt zu haben. Drei Powerfrauen hatten eindrucksvoll bewiesen, dass man selbst an einem Dienstag Wiesbaden in Bewegung versetzen konnte.
Setlist:
- Break the Silence
- Hysteria
- Rising High
- Heart of the Hurricane
- Reincarnation
- Songs of Love and Death
- Wounded Healer (Synth Medley)
- Ravens
- The Flood
- Lost in Forever
- Written in Blood
- Let There Be Rain
- When Angels Fall
- Shine and Shade
- In the Shadows
- The Art of Being Alone*
- Running to the Edge*
- Hallelujah*
Bilder von Beyond the Black gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/beyond-the-black/