Avatar stoppen auf der Tour im Schlachthof in Wiesbaden

Die schwedischen Metal-Schwergewichte AVATAR veröffentlichten kürzlich ihr neues Album „Don’t Go Into the Forest“ und brachten es mit in den Schlachthof nach Wiesbaden. Als Special Guests traten ALIEN WEAPONRY aus Neuseeland und die norwegische Band AGABAS auf – was für eines der abwechslungsreichsten und spannendsten Konzertprogramme der Saison sorgte.

AGABAS waren für uns eine absolute Neuentdeckung. Da ich im Vorfeld kaum Zeit hatte, mich mit ihrem Material auseinanderzusetzen, war ihr Auftritt eine echte Überraschung – vor allem, als ich merkte, dass sie im Death-Jazz-Genre unterwegs sind. Als jemand, der Saxophon im Metal nie Nein sagen würde, war das eine willkommene Abwechslung. Agabas gingen ins Publikum bevor es los ging so dass sie sich durch die Menge gekämpft, die Absperrung überklettert und die Bühne betreten hatten – ein unvergesslicher Auftakt. Eines ist sicher: Wir müssen sie unbedingt bald in voller Länge sehen. Sie wirken wie eine Band, die für größere Bühnen geschaffen ist. Allerdings ist der Sound ihrer Songs für den ein oder anderen doch sehr gewöhnungsbedürftig wie sich das Licht an diesem Abend nach 30 Minuten verabschiedeten sie sich und räumten auf für Alien Weaponry. 

Bilder von Agatas gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/agabas/

Setlist :

  1. Jaevla Menneske
  2. Voluspa 
  3. Kjearlightt for alle
  4. Overstimuliert
  5. La Blodet Flomme
  6. Vis Mega alt
  7. Megafon
  8. Steg etter Steg

Als zweiter Act des Abends betrat die neuseeländische Band Alien Weaponry die Bühne und brachte eine ganz eigene musikalische und kulturelle Mischung in den Schlachthof. Die drei Musiker verbinden modernen Metal mit Elementen der Māori-Kultur und schaffen damit einen Stil, der sich deutlich von vielen anderen Bands des Genres abhebt. Traditionelle Einflüsse, die Verwendung der Māori-Sprache und rhythmische Strukturen trafen auf kraftvolle Gitarrenriffs und präzise, stampfende Schlagzeugbeats. Zu sehen, wie viele Leute da waren und sich auf Thrash Metal freuten, war im besten Sinne des Wortes überwältigend. Mit ihrem aktuellen Album „Te Rā“, das frisches Material ins Spiel brachte, wirkte das Set sowohl zeitgemäß als auch kraftvoll. Zum Abschluss mit „Kai Tangata“ – immer noch ihr wohl explosivster Song – entfesselte die Band eine Wall of Death, gefolgt von einem riesigen Moshpit. Der Haka zu Beginn steigerte die Intensität nur noch und machte ihren Auftritt zu einem absolut mitreißenden Erlebnis.

Bilder von Alien Weponry gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/alien-weponry/

Setlist:

  1. Rü Anate whenua
  2. Te Riri o Täwhirimätea
  3. Mau Moko
  4. Taniwha
  5. Kai Tangata

Als AVATAR die Bühne betraten, war das Publikum bestens vorbereitet. Schon ihr Auftritt war ein Spektakel: Während des Openers „Captain Goat“ erschien die Band auf einem beweglichen Podest, das sich hinter dem Schlagzeug bis ganz nach vorne auf die Bühne schob. Zwar war die Plattform nicht wie ein echtes Schiff gestaltet – eine verpasste Chance –, aber sie ähnelte auch keiner typischen Fähre der Silja Line oder Viking Line. Vielmehr erinnerte sie an etwas viel Filmischeres, wie die dramatische Flussüberfahrt mit der Bucklebury-Fähre direkt aus „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“. Es war theatralisch, leicht unheilvoll und unbestreitbar cool – die perfekte Einstimmung auf das, was folgen sollte. Ein wichtiger Bestandteil des Auftritts war die visuelle Inszenierung. Viele Songs wurden durch kleine szenische Elemente und Requisiten ergänzt, wodurch einzelne Stücke zusätzlich hervorgehoben wurden. Dadurch entstand der Eindruck einer abwechslungsreichen Show, bei der jeder Song eine eigene kleine Geschichte erzählte. Musikalisch setzte die Band sowohl auf bekannte Publikumslieblinge als auch auf einige überraschende Momente.

Zu diesen gehörte unter anderem der Song „Howling at the Waves“, den Sänger Johannes Eckerström allein am Klavier vortrug. Der ruhige arrangierte Titel sorgte für einen Kontrast zu den zuvor gespielten, härteren Songs und brachte eine nachdenklichere Atmosphäre in den Saal.

Was für ein „ungewöhnliches“ Konzert an diesem Abend, denn die Mischung der 3 Bands war alles andere als eintönig, nein es war abwechslungsreich und von daher auch irgendwie einzig aber nicht artig. 

Bilder von Avatar gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/avatar/

Setlist: 

  1. Captain Goat
  2. Silence in the Age of Apes
  3. The Eagle has landed
  4. In the Airwaves
  5. Bloody Angel
  6. Death and Glitz
  7. Blod 
  8. The Dirt i‘m buried in 
  9. Colossus
  10. Torn Apart
  11. Hawling at the Waves
  12. Legend of the King
  13. Let it Burn
  14. Tonight we Must be Warriors
  15. Don‘t Go in the Forrest
  16. Smells Like a Freakshow
  17. Hail the Apocalypse