Hypocrisy’s Mass Hallucination Tour 2026 in Köln in der Essigfabrik

Mit der „Mass Hallucination Tour 2026“ kehrt Hypocrisy einmal mehr auf die internationalen Bühnen zurück und unterstreicht dabei ihren anhaltenden Stellenwert innerhalb der Extreme-Metal-Szene. Die Tour verbindet gekonnt Rückblicke auf die langjährige Bandgeschichte mit aktuellen Einflüssen und zeigt, wie zeitlos der Sound der Schweden bis heute funktioniert. Mit einem bewusst breit aufgestellten Line-up, zu dem auch Abbath, Vomitory und Vreid zählen, entsteht ein Konzertabend, der unterschiedliche Facetten des skandinavischen Extreme Metal zusammenführt.

Das Tourpaket wurde durch Abbath ergänzt, der als prägende Figur des norwegischen Black Metal eine parallele Entwicklungslinie zum schwedischen Death Metal repräsentiert. In seiner Zeit bei Immortal hat er den Stil des Genres entscheidend mitgeformt und bringt diese charakteristische Ästhetik bis heute auf die Bühne. Die Kombination mit Hypocrisy verdeutlicht die historischen und stilistischen Berührungspunkte beider Szenen, die sich seit den 1990er-Jahren gegenseitig beeinflusst haben.

Komplettiert wurde das Line-up durch Vomitory und Vreid. Während Vomitory für eine besonders direkte und unverfälschte Ausprägung des schwedischen Death Metal stehen, bringen Vreid – hervorgegangen aus dem Umfeld von Windir – eine eigenständige Mischung aus Black Metal und klassischen Metal-Elementen ein. In der Gesamtschau ergab sich damit ein programmatisches Aufeinandertreffen unterschiedlicher Strömungen des skandinavischen Extreme Metal, das den Konzertabend in der Essigfabrik nicht nur musikalisch abwechslungsreich, sondern auch historisch einordnend machte.

Den Auftakt des Abends bestritten Vreid, die bereits gegen 18:40 Uhr auf der Bühne standen, während sich ein Großteil der Besucher noch auf dem Weg in die Essigfabrik befand. Entsprechend begann ihr Set vor einer zunächst nur halb gefüllten Halle. Im Verlauf ihres rund halbstündigen Auftritts gelang es der Band jedoch, das Publikum zunehmend für sich zu gewinnen. Besonders die treuen Fans kamen voll auf ihre Kosten, doch auch darüber hinaus fand der Sound der Norweger spürbaren Anklang beim Kölner Publikum. Vreid lieferten einen souveränen und geschlossenen Auftritt ab, der am Ende mit entsprechend starkem Applaus honoriert wurde.

Setlist:

  1. Speak Goddamnit
  2. Pitch Black
  3. The Skies turn Black
  4. Into the Mountains
  5. From these Woods
  6. Lifehunger

Bilder von Vreid gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/vreid/

Nach einer kurzen Umbaupause übernahmen Vomitory die Bühne und machten vom ersten Moment an deutlich, in welche Richtung es nun gehen würde: kompromissloser, harter Death Metal ohne große Spielereien. Trotz deutlicher Schwächen im Sound – der stellenweise durch Übersteuerung und ein wenig differenziertes Klangbild auffiel – fand die Band schnell ihr Publikum, insbesondere in den vorderen Reihen. Dort reagierten die Fans entsprechend intensiv, und erstmals an diesem Abend kam spürbar Bewegung in die Menge: Die Haare flogen, und die Essigfabrik verwandelte sich zunehmend in das, was man von einem solchen Konzert erwartet.

Setlist:

  1. Revelation Nausea
  2. terroize Brutalize Sodomize
  3. For Gore and Country
  4. Rage of Honour
  5. All Heads are gonna Roll
  6. Wrath Unbound
  7. regorge in the morgue
  8. Chaos Fury

Bilder von Vomitory gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/vomitory/

Kommen wir zum ersten großen Höhepunkt des Abends: Abbath gilt als eine der prägenden Figuren des norwegischen Black Metal und als echtes Urgestein der extremen Musikszene. Als Frontmann von Immortal hat er Musikgeschichte geschrieben und setzt diesen Weg mit seinem Solo-Projekt konsequent fort. Gegen 20:20 Uhr betritt Abbath die Bühne und wird von lautstarkem Jubel empfangen. Spätestens jetzt steht die Essigfabrik Kopf, während der Norweger mit sichtbarer Spielfreude alles daransetzt, sein Publikum zufriedenzustellen.

Neben eigenem Material durften dabei auch Klassiker aus dem Immortal-Repertoire nicht fehlen: Songs wie „In My Kingdom Cold“ und „Tyrants“ sorgten für begeisterte Reaktionen im Publikum. Die Energie übertrug sich unmittelbar auf die Menge, die den Auftritt entsprechend feierte und Abbath so einen nahezu makellosen Gig bescherte.

Setlist:

  1. To War
  2. Hecate
  3. Acid haze
  4. Dream Cull
  5. In my kingdom Cold
  6. All shall Fall
  7. Ashes of the Damned
  8. Drea reaver
  9. the Artifex
  10. Winterbane

Bilder von Abbath gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/abbath/

Nun war es an der Zeit für den Headliner des Abends: Hypocrisy. Nachdem sich ein Großteil des Publikums noch einmal an der Theke versorgt hatte, erlosch in der Essigfabrik ein letztes Mal das Licht. Begleitet von einem tiefen Grollen aus den Boxen betrat die Band um Peter Tägtgren schließlich die Bühne – gehüllt in dichten Nebel und unterstützt von gezielten CO₂-Effekten. Mit dem wuchtigen Opener „They Will Arrive“ machten Hypocrisy sofort klar, dass nun keine Kompromisse mehr gemacht werden.

Hatte der Auftritt von Abbath bereits ein hohes Niveau erreicht, ließ sich die Darbietung von Hypocrisy kaum anders als nahezu perfekt beschreiben. Die Band präsentierte ein souverän gespieltes Best-of-Set aus über drei Jahrzehnten Bandgeschichte. Klassiker wie „Killing Art“ und „Inferior Devoties“ standen dabei ebenso auf der Setlist wie prägende Songs der späteren Phase, darunter „Fire in the Sky“, „Roswell 47“ und „End of Disclosure“. Auch Material des aktuellen Albums „Worship“ fand seinen Platz im Programm und fügte sich nahtlos in den Gesamtauftritt ein.

Ohne große Ansagen oder aufwendige Showelemente konzentrierte sich die Band vollständig auf ihre musikalische Darbietung. Präzision, Intensität und spürbare Spielfreude bestimmten das Bild – und machten den Auftritt zu einem überzeugenden Abschluss eines insgesamt hochkarätig besetzten Konzertabends.

Setlist:

  1. They will arive
  2. Fire in the Sky
  3. Inferior Devoties
  4. Chemical Whore
  5. Carved up
  6. Children of the Gray
  7. End of Disclosure
  8. Killing Art
  9. Eraser
  10. Deathrow (No regrets)
  11. Adjusting the Sun
  12. Fractured Millenium
  13. War-Path
  14. Roswell 47

Bilder von Hypocrisy gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/hypocrisy/