
Mit dem grandiosen neuen Album im Gepäck schlugen Karnivool nun endlich im Schlachthof in Wiesbaden auf. Was sollte nun also noch schief gehen? Nicht denn von Anfang an passte alles zusammen, ob beim Opener „Ghost“ oder beim zweiten Song „Simple Boy“ kamen sofort bei den Fans gut an. Zum Glück, denn der Eröffnungssong des hochgelobten Albums „Sound Awake“, das bis heute in der Progressive Metal-Szene zu einem absoluten Klassiker gehört, gehört sicherlich zu den Fan-Favoriten. Soweit eigentlich nichts Ungewöhnliches – gerade zu Beginn eines Konzerts dauert es manchmal einfach einen Moment, bis am FOH alles perfekt eingestellt ist.
Ähnlich wie beim Sound verhielt sich auch die Stimmungskurve beim Publikum. Waren die meisten anfangs noch relativ zurückhaltend, kam spätestens mit dem anfangs bereits erwähnten „All It Takes“, insbesondere aber mit dem Doppel vom Debütalbum „Themata“ und „Roquefort“ richtig Stimmung auf. Diese Karnivool-Songs sind mehr als 20 Jahre alt und sind wirklich kein bisschen angestaubt. Karnivool haben es wirklich perfektioniert ihren eigenen Sound zu erschaffen, der über Jahrzehnte trägt und dabei dennoch nicht langweilt. Die Musik ist komplex, aber nicht „auf Teufel komm raus“ komplex. Sondern, weil es das erst richtig spannend macht. Weil man auch beim siebzigsten Durchlauf noch eine Besonderheit findet. Weil man live Songs entdeckt, die bisher auf Platte gar nicht ins Auge gesprungen sind.
Richtig emotional wurde es dann – natürlich – mit „New Day“, denn hier kann wirklich jede und jeder mitsingen. Im Mittelpunkt stand am Abend ausschließlich die Musik, Ansagen und Interaktionen mit dem Publikum gab es nur dosiert. Was Karnivool aber mitgebracht haben, war eine stimmige Lichtshow, die ihre Songs auch optisch gelungen in Szene setzte. Mal wurde mit Lasern gearbeitet, mal waren es eher zurückhaltende Spots auf der Bühne, die insbesondere die ruhigeren Momente in Szene setzen.
Nach 12 Songs holten sich Karnivool zunächst ihren Applaus vom Publikum ab, um dann noch einmal für eine Zugabe zurück zu kommen. Mit „Opal“ und „Salva“ folgten weitere zwei Songs des im Februar veröffentlichten Studioalbums, das natürlich bei dieser Tour im Fokus steht. „Opal“ ist wieder einmal der Beweis, dass Karnivool einfach wahnsinnig schöne und dennoch intensive Songs schreiben können. Unterm Strich konnten die Fans in Wiesbaden zufrieden nach Hause gehen. Karnivool haben eindrucksvoll bewiesen, dass es sich manchmal auch lohnt sehr lange auf den nächsten Gig seiner Lieblingsband zu warten. 13 Jahre bis zum nächsten Album müssen es dann aber nicht unbedingt wieder sein.
Setlist:
- Ghost
- Simple Boy
- Aozora
- Goliath
- Drone
- We are
- Deadman
- All it Takes
- Animation
- Themata+Roquefort
- New Day
- Opal
- Salva
Bilder von Intervall gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/intervals/
Bilder von Karnivool gibt es hier: https://rock-konzert-magazin.com/karnivool/