20. NOAF Festival in Wörrstadt – Auftakt mit Sonne und Wolken und Regen

Das 20. NOAF Festival in Wörrstadt ist eröffnet! Den musikalischen Startschuss gab die lokale Band Truth Grip, die damit gleich zu Beginn für die ersten kräftigen Metal-Klänge auf dem Festivalgelände sorgte. Das Wetter zeigte sich zum Auftakt noch von seiner wechselhaften Seite: Warme Temperaturen wurden von einigen kleinen Regenschauern begleitet. Die Fans ließen sich davon allerdings nicht beeindrucken und blieben der Bühne treu. Schließlich setzte sich ab etwa 18:00 Uhr die Sonne durch – und sorgte für beste Festivalbedingungen.

Damit war der Weg frei für einen gelungenen Start in die Jubiläumsausgabe des NOAF. Die Stimmung steigt, das Festival nimmt Fahrt auf – und musikalisch dürfte in Wörrstadt noch einiges zu erwarten sein.

Nach dem lokalen Auftakt durch Truth Grip übernahmen Wedge das Kommando.  Eine Mischung aus energiegeladenem Rock ’n‘ Roll und Einflüssen der 1960er- und 70er-Jahre und ihrem druckvollen Sound, treibenden Riffs und jeder Menge Groove brachten die Berliner Bewegung ins Publikum.

Songs wie „61 SG“, „Computer“ und „Chocolate“ sorgten für ausgelassene Stimmung vor der Bühne. Die Mischung aus schweren Gitarren, psychedelischen Elementen und rockigem Drive kam bestens an: Es wurde gefeiert, getanzt und ordentlich mitgerockt. Wedge zeigten dabei eindrucksvoll, warum Stoner Rock live seine ganz eigene Wirkung entfaltet – ein schwerer Sound, der trotzdem jede Menge Spielfreude und Leichtigkeit versprüht.

Mit Nervosa zog anschließend eine geballte Ladung Frauenpower über das NOAF Festival. Die brasilianische Thrash-Metal-Band zeigte von der ersten Minute an, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Während des Sets setzte erneut der Regen ein – doch das Publikum ließ sich davon nicht vertreiben. Trotz der nassen Bedingungen blieben die Fans dicht vor der Bühne und feierten die Band lautstark. Mit Songs wie „Masked Betrayer“, „Death!“ und „Guided by Evil“ lieferten Nervosa genau das, was die Fans erwarteten: kompromisslosen Thrash Metal, aggressive Riffs und jede Menge Energie. Die Zustimmung vor der Bühne war entsprechend groß. Regen hin oder her – Nervosa machten deutlich, dass echte Metal-Fans auch bei widrigen Bedingungen durchhalten.

Bilder von Nervosa gibt es hier:

Mit Elwood Stray aus Essen wurde es anschließend deutlich bewegter vor der Bühne. Die Sonne strahlte mittlerweile satt vom Himmel und lieferte den perfekten Soundtrack für eine energiegeladene Show. Songs wie „Shattered“, „Free Falling“ und „Nevermind“ sorgten schnell für ausgelassene Stimmung. Vor der Bühne bildeten sich die ersten Circle Pits, und auch die ersten Crowd-Surfer machten sich auf den Weg durch die Menge. Die Fans hatten sichtlich Spaß und ließen sich von der Energie der Band anstecken. Elwood Stray überzeugten mit einer druckvollen Performance und sorgten dafür, dass das Publikum ordentlich in Bewegung blieb.

Bilder von Elwood Spray gibt es hier:

Mit Grave Digger stand anschließend eine echte Oldschool-Metal-Institution auf der Bühne. Gefeiert wurde das 30-jährige Jubiläum des Kultalbums „Tunes of War“ – und das Infield war inzwischen sehr gut gefüllt. Schon das Intro „The Brave“ sorgte für die passende Atmosphäre. Danach legte die Band mit Klassikern wie „The Dark of the Sun“, „The Ballad of Mary“ und „Killing Time“ nach. Oldschool-Metal vom Feinsten, druckvoll und mit ordentlich Energie von der Bühne. Besonders beeindruckend: Wie viele Fans die Texte der Songs noch immer auswendig beherrschen und lautstark mitsangen. Das war nicht nur ein Konzert, sondern zeitweise ein gemeinsamer Chor aus tausenden Metal-Fans. Die Stimmung vor der Bühne war entsprechend hervorragend – Grave Digger bewiesen einmal mehr, dass ihre Klassiker auch nach drei Jahrzehnten nichts von ihrer Wirkung verloren haben.

Bilder von Garve Dinger gibt es hier:

Mit Paleface Swiss wird es vor der Bühne endgültig chaotisch – und genau das ist Programm. Die Schweizer Deathcore-Band geht mit Vollgas den Abhang hinunter und liefert einen Abriss par excellence. Bereits nach wenigen Songs ist das Publikum kaum noch zu halten. Crowdsurfer ziehen im Minutentakt über die Köpfe, Circle Pits drehen sich durch das Infield und bei der geforderten Wall of Death teilen sich die Fans bereitwillig die Menge. Was der Sänger von ihnen verlangt, wird ohne große Diskussion umgesetzt. Springen, Singen, Moshen – das Publikum ist komplett im Geschehen und macht aus dem Auftritt eine einzige große Bewegung. Auch musikalisch bleibt keine Zeit zum Durchatmen. Songs wie „The Orphan“, „Let Me Sleep“ und „The Gallow“ sorgen für weitere Höhepunkte und treiben die Stimmung immer weiter nach oben. Paleface Swiss zeigen eindrucksvoll, wie intensiv moderne Extreme-Metal-Shows funktionieren können. Ein Auftritt mit maximaler Energie, einem völlig entfesselten Publikum und einer Stimmung, die kaum noch zu toppen ist.

Bilder von Paleface Swiss gibt es hier:

Nach dem brachialen Deathcore-Gewitter von Paleface Swiss sorgen Skindred für einen kompletten musikalischen Richtungswechsel – ohne dabei auch nur ein Gramm Energie einzubüßen. Die Waliser verbinden Reggae, Rock, Punk und Metal zu ihrem ganz eigenen Sound und verwandeln das NOAF kurzerhand in eine große Partyzone. Vor der Bühne wird getanzt, gesprungen und gefeiert. Die Band um Sänger Benji Webbe versteht es wie kaum eine andere, das Publikum mitzunehmen und innerhalb kürzester Zeit eine ausgelassene Atmosphäre zu schaffen. Wo eben noch Circle Pits und Wall of Death das Bild bestimmten, geht es jetzt vor allem ums gemeinsame Abfeiern. Skindred zeigen eindrucksvoll, dass ein Metal-Festival musikalische Grenzen nicht braucht. Ihr energiegeladener Mix funktioniert auf Anhieb und sorgt für eine willkommene Abwechslung im Tagesprogramm.

Bilder von Skindrerd gibt es hier:

Der erste Tag des NOAF Festivals hat eindrucksvoll gezeigt, was ein gelungenes Metal-Festival ausmacht: musikalische Vielfalt, spielfreudige Bands und ein Publikum, das von der ersten bis zur letzten Minute mitzieht.